Im Sommer ist der Kalender voll, ab Oktober werden die Lücken größer. Das liegt nicht nur am Wetter, sondern oft auch daran, dass Inserat, Fotos und Preise weiter auf Sommergäste ausgerichtet sind. Wer in der Nebensaison gezielt andere Gäste anspricht, kann einen Teil der Belegung zurückholen.
Wer in der Nebensaison reist
- Paare und Ruhesuchende: Menschen ohne schulpflichtige Kinder, die bewusst außerhalb der Ferien fahren.
- Wanderer und Radfahrer: Für viele ist der Herbst die schönste Zeit draußen.
- Familien in den Herbst- und Weihnachtsferien: Die Termine unterscheiden sich je nach Bundesland, das verteilt die Nachfrage über mehrere Wochen.
- Gäste mit Laptop: Wer ortsunabhängig arbeitet, bleibt eher länger, wenn WLAN und Arbeitsplatz stimmen.
- Feiertage: Weihnachten und Silvester sind in vielen Regionen gefragt.
Du musst nicht alle ansprechen. Such dir ein oder zwei Gruppen aus, die zu deiner Unterkunft passen, und richte Fotos, Texte und Angebote danach aus.
Zeig, wie sich deine Unterkunft im Herbst anfühlt
Ein Titelbild mit Sonnenschirm und Liegestuhl wirkt im November fremd. Ein paar Fotos in Herbst- oder Winterstimmung ändern viel: der Kamin an, Decken auf dem Sofa, Kerzen, eine Kanne Tee, der Blick durchs Fenster in einen grauen Himmel, der Strand im Winterlicht.
- Stell im Inserat für die kalte Jahreszeit ein passendes Titelbild nach vorn.
- Ergänze die Beschreibung um einen Absatz dazu, was Gäste im Herbst und Winter bei dir erwartet.
- Nenn, was es draußen gerade gibt: Wanderwege, eine Sauna in der Nähe, den Weihnachtsmarkt im Ort.
Preise und Regeln anpassen
Was im August sinnvoll ist, kann im November Buchungen verhindern. Prüf deshalb für die Nebensaison:
- Mindestaufenthalt: Zwei oder drei Nächte statt einer ganzen Woche machen Kurztrips möglich.
- Anreisetage: Ein fester Wechsel am Samstag passt im Winter selten.
- Rabatte für längere Aufenthalte: Die großen Portale bieten Einstellungen für Wochen- und Monatsrabatte. Das spricht Gäste an, die länger bleiben wollen.
- Kurzfristige Lücken: Einzelne freie Nächte zwischen zwei Buchungen lassen sich mit einem kleinen Nachlass leichter füllen.
Anlässe schaffen
Gäste buchen leichter, wenn es einen Anlass gibt. Das können feste Termine sein – Herbstferien, Adventswochenenden, Silvester, regionale Feste und Märkte – oder kleine Pakete, die du selbst schnürst:
- ein „Kaminwochenende“ mit Feuerholz und einer Flasche Wein
- eine „Wanderwoche“ mit Tourentipps und der Empfehlung für den Bäcker nebenan
- eine „Arbeitswoche am Meer“, wenn Schreibtisch und WLAN wirklich passen
Versprich nur, was du halten kannst. Eine enttäuschte Bewertung wirkt länger nach als eine freie Woche.
Stammgäste zuerst
Wer im Sommer bei dir war, kennt die Region und die Unterkunft schon. Ein Herbstangebot per Newsletter oder WhatsApp an Gäste, die direkt gebucht und dem Kontakt zugestimmt haben, ist oft der kürzeste Weg zu einer Buchung. Wie du mehr Gäste direkt an dich bindest, steht im Beitrag über Direktbuchungen für deine Ferienwohnung.
Mit einem Saison-Video sichtbar werden
Auf Instagram und im WhatsApp-Status fällt ein kurzes Video in Herbststimmung mehr auf als ein weiteres Sommerfoto. Dafür brauchst du keinen Dreh: Ein paar herbstliche Fotos von Kaminecke, Wohnzimmer und Umgebung reichen als Grundlage für einen kurzen Saison-Clip. Wie du ihn ohne Werbebudget verbreitest, zeigt der Beitrag Ferienwohnung auf Instagram bewerben.
Checkliste für die Nebensaison
Titelbild und Beschreibung auf Herbst und Winter umstellen. Mindestaufenthalt und Anreisetage prüfen. Wochenrabatt einrichten. Ein, zwei Anlässe oder Pakete festlegen. Stammgäste mit Einwilligung anschreiben. Ein Saison-Reel posten.
Fazit
Die Nebensaison füllt sich nicht von allein, oft aber schon mit wenigen Änderungen: andere Bilder, flexiblere Regeln und ein Grund, gerade jetzt zu kommen. Fang mit dem an, was am wenigsten Aufwand macht. Meistens ist das das Titelbild.
Du hast herbstliche Fotos, aber keine Zeit für ein Video? Im Standard-Paket ist ein Saison-Clip enthalten.